 Deportation Remscheider Sinti nach Auschwitz, März 1943. Fotografien: Historisches Zentrum Remscheid Systematische Ausgrenzung und Durchsetzung der NS - Rassenpolitik gegenüber den Sinti waren Alltag im Rheinland und im Ruhrgebiet: In Köln wurde schon 1935 das erste Internierungslager auf dem errichtet, in Düsseldorf 1937, in Gelsenkirchen 1938. Ein entscheidender Schritt auf den systematischen Völkermord hin war die Gründung der „Rassenhygienischen und Bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle“ unter Leitung von Dr. Dr. Robert Ritter beim Reichsgesundheitsamt in Berlin im Jahr 1936. Diese Einrichtung hatte zur Aufgabe, alle im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma aufzuspüren und „rassengutachtlich“ zu erfassen. 23.833 Männer, Frauen und Kinder wurden durch die Gutachten Ritters und seiner Mitarbeiter für den Tod bestimmt. Mit Erlass vom 08. Dezember 1938 verfügte Himmler die „ Lösung der Zigeunerfrage aus dem Wesen der Rasse heraus“. Auf einer Konferenz des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) im September 1939 wurde beschlossen, alle ca. 30.000 im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma zu deportieren. Nur einen Monat später ordnete Himmler die so genannte Festschreibung der Sinti und Roma an deren Wohnorten – soweit noch nicht geschehen – deren Überstellung in örtliche Sammellager zur späteren Deportation an. Die erste große Deportation aus dem Deutschen Reich wurde auf den Mai 1940 festgelegt. Als „erster Transport“ sollten insgesamt 2.500 nord- und südwestdeutsche sowie rheinische Sinti und Roma in das besetzte Polen deportiert werden. Zwischen dem 16. Und 21. Mai 1940 wurden 1.000 Sinti und Roma aus Köln und aus dem ganzen Rheinland in der Kölner Messe zusammengetrieben, um von dort in Güterwagen über den Bahnhof Deutz-Tief fahrplanmäßig deportiert zu werden. Die Erfahrungen aus der Deportation der Sinti und Roma sollten wenig später auch systematisch auf die jüdischen Mitbürger angewandt werden. In Vernichtungslagern, Zwangsarbeitslagern und in den besetzten Ländern hinter der Front wurden Deportierte und Ortsansässige, Männer und Frauen, Kinder und Greise systematisch zu Tode gebracht. Mit Erlaß vom 16. Dezember 1942 ordnete Himmler die Einweisung aller noch im Reichsgebiet lebenden Sinti und Roma in das Konzentrationslager Auschwitz an. Noch einmal rollten die Deportationszüge aus Köln, Hamburg und Stuttgart fahrplanmäßig in den zynisch „Familienlager“ genannten Abschnitt B II e des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Innerhalb weniger Monate starben dort fast alle Internierten an Hunger, Seuchen und Misshandlung. In der Nacht vom 02. auf den 03. August 1944 wurden die letzten Überlebenden dieses „Familienlagers“ – nach Aussonderung der Arbeitsfähigen – im Gas erstickt. |